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Begriffe, Standards, Antworten
Glossar mit technisch geprüften Definitionen und FAQ zu wiederkehrenden Fragen aus Förderung, Anschlussrecht, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit. Jeder Eintrag mit Quelle.
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Glossar
Alphabetisch- aFRR Automatic Frequency Restoration Reserve — automatische Sekundärregelreserve. Aktivierung binnen 5 Minuten, asymmetrische Vorhaltung positiv und negativ getrennt vermarktbar.
- Autarkiegrad Anteil des selbst gedeckten Strombedarfs am Gesamtverbrauch. Komplementär zur Eigenverbrauchsquote: Eigenverbrauch betrachtet die Erzeugungsseite, Autarkie die Verbrauchsseite.
- BESS Battery Energy Storage System — stationärer Batteriespeicher zur Einspeicherung und zeitversetzten Abgabe elektrischer Energie. Einsatzfelder reichen vom Heimspeicher mit wenigen Kilowattstunden bis zum netzgekoppelten Großspeicher mit dreistelliger Megawattstunden-Kapazität.
- BMS Battery Management System. Elektronische Steuerung auf Modul- und System-Ebene zur Überwachung von Spannung, Strom, Temperatur und Ladezustand jeder Zelle.
- C-Rate Verhältnis von Lade- oder Entladeleistung zur Nennkapazität einer Batterie. Eine C-Rate von 0,5 bedeutet eine Lade- oder Entladedauer von zwei Stunden, eine C-Rate von 2 entsprechend 30 Minuten.
- DoD Depth of Discharge — Entladetiefe, ausgedrückt als Prozentsatz der Nennkapazität. Eine DoD von 90 Prozent heißt, dass 90 Prozent der Brutto-Kapazität als nutzbare Energie zur Verfügung stehen.
- Eigenverbrauchsquote Anteil der selbsterzeugten Energie, der direkt im eigenen Verbrauch genutzt wird, an der Gesamterzeugung. Ein Speicher hebt die Eigenverbrauchsquote, indem er PV-Überschüsse zwischenspeichert.
- EMS Energy Management System. Übergeordnete Steuerungsebene, die Speicher, Erzeugungsanlagen und Verbraucher koordiniert.
- FCR Frequency Containment Reserve — Primärregelreserve. Aktivierung innerhalb von 30 Sekunden, vollautomatische Reaktion auf Frequenzabweichungen. Symmetrische Vorhaltung über vier Stunden je Vermarktungsblock.
- Kalendarische Alterung Kapazitätsverlust einer Batterie durch zeitliche Alterung, unabhängig von der Zyklen-Belastung. Treiber sind Temperatur, Ladezustand bei Lagerung und Zellchemie.
- Kilowattstunde (kWh) Energieeinheit. Eine Kilowattstunde entspricht der Energie, die ein Verbraucher mit einer Leistung von einem Kilowatt in einer Stunde aufnimmt. Bei Speichern bezeichnet sie die nutzbare Energiemenge — abgegrenzt von der Brutto-Kapazität.
- LFP Lithium-Eisenphosphat (LiFePO4) — Zellchemie mit niedriger Energiedichte und hoher Zyklenfestigkeit. Vorteile: thermische Stabilität, lange kalendarische Lebensdauer, kein Kobalt.
- MaStR Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur. Verpflichtendes Online-Register für Stromerzeugungs- und Speicheranlagen in Deutschland.
- mFRR Manual Frequency Restoration Reserve — Minutenreserve. Aktivierung binnen 12,5 Minuten, asymmetrisch vermarktbar, einsatzgesteuert.
- NMC Nickel-Mangan-Kobalt-Oxid — Zellchemie mit hoher gravimetrischer und volumetrischer Energiedichte. Vorteile: kompakte Bauform, hohe spezifische Leistung.
- PCS Power Conversion System — Wechselrichter zwischen Batteriegleichspannung und Wechselstromnetz. Bestimmt die Lade-/Entladeleistung und die Round-Trip-Efficiency.
- Round-Trip-Efficiency Verhältnis von ausgespeicherter zu eingespeicherter elektrischer Energie über einen vollständigen Zyklus. Lithium-Ionen-Speicher erreichen unter Standardbedingungen Werte zwischen 88 und 95 Prozent.
- Sodium-Ion Natrium-Ionen-Zelle — Zellchemie ohne Lithium und ohne Kobalt. Reift seit etwa 2023 zur Serienfertigung. Niedrigere Energiedichte als LFP, vergleichbare oder höhere Zyklenfestigkeit, geringerer Materialkostenanteil.
- Zyklenfestigkeit Anzahl von Vollzyklen, die eine Batterie bis zum Erreichen einer definierten Kapazitätsuntergrenze (üblicherweise 80 Prozent der Anfangskapazität) absolvieren kann.